Kampagne Forschung für neue Antibiotika

Honduras Community Centre webEin neuer Bericht der Vereinten Nationen (UN) zeigt, was den Zugang zu wichtigen unentbehrlichen Arzneimitteln weltweit verbessern könnte. Das UN "High Level Panel on Access to Medicines" hat im Auftrag des Generalsekretärs Lösungsvorschläge erarbeitet, denn noch immer wird das Recht auf Gesundheitsversorgung und den Arzneimittelzugang Millionen Menschen weltweit verwehrt.

Mit der Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDG) im Jahr 2015 haben sich die Mitgliedsstaaten der UN mit dem Ziel 3 verpflichtet, allen Menschen jeden Alters ein gesundes Leben zu ermöglichen und das Wohlergehen zu fördern. Dazu gehört auch das Recht auf Gesundheitsversorgung und Arzneimittelzugang. Doch auf der einen Seite werden neue Arzneimittel gegen Armutskrankheiten nicht entwickelt, da sie nicht lukrativ genug erscheinen. Auf der anderen Seite sind neue Medikamente so astronomisch teuer (etwa gegen Krebs oder Hepatitis C), dass selbst in Industriestaaten PatientInnen aus ökonomischen Gründen von einer Behandlung ausgeschlossen werden.

Das vom UN-Generalsekretär beauftragte "High Level Panel on Access to Medicines" sollte nach Auswegen aus der Krise suchen. Zu seinen Mitgliedern zählten PolitikerInnen, WissenschaftlerInnen, NGO´s, ein Aids-Aktivist, aber auch je ein Vertreter von Big Pharma und der Generikaindustrie. Das Panel konnte längst nicht in allen Punkten Einigung erzielen. Vor allem die Pharmaindsutrie und die US-Regierung versuchten Empfehlungen zu verwässern und die Veröffentlichung des Berichts zu blockieren.

Neue Forschungsanreize

Erfreulich ist, dass der Bericht auf ein bindendes Forschungsrahmenabkommen setzt, das bei der Weltgesundheitsorganisation schon seit einigen Jahren diskutiert wird. Damit wäre auch das sogenannte De-Linkage, also die Abkoppelung der Forschungskosten vom Preis eines Medikamentes. Zudem soll das Abkommen festlegen, in welche Bereiche Forschungsmittel fließen sollen. Der Bericht fordert dies nicht nur für vernachlässigte Krankheiten oder für neue Antibiotika, sondern betrachtet dieses Modell auch als Blaupause für andere medizinische Forschungsbereiche.

Damit erhält unsere Forderung nach einem globalen Forschungsfonds auch von höchster  Stelle Auftrieb. Jetzt geht es darum die Empfehlungen auch umzusetzen.